Freitag, 2. Dezember 2016

[Rezension] Zimtzauber oder Entschuldigung, ihre Aura ist verbeult



Titel: Zimtzauber
Autor: Katrin Koppold
Seiten: 152
Verlag: Books on Demand

Inhalt:
Die Buchhändlerin Elisa ist nicht abergläubisch. Doch seit sie aus Versehen den Schornsteinfeger zu Fall gebracht hat, geht in ihrem Leben einiges schief. Nachdem ihr eine Wahrsagerin auf einer Weihnachtsparty eine tiefschwarze Aura bescheinigt und furchtbares Pech prophezeit, wird ihr klar: Sie muss den Mann aufsuchen und ihn um Verzeihung bitten.
Das ist allerdings gar nicht so einfach. Denn der Schornsteinfeger hat sich über Weihnachten in die Abgeschiedenheit der Berge zurückgezogen und ist überhaupt nicht begeistert, als Elisa auf einmal dort auftaucht und ihn mit Aufmerksamkeit überschüttet. Bis ein Unfall am Heiligen Abend die beiden unerwartet zusammenschweißt ...

Meine Meinung:
Ein paar schöne Weihnachtsgeschichten sollten es gestern sein und so lud ich mir unter anderem Zimtzauber auf den Reader.
Ich wollte nur kurz reinschnuppern…
Nur eben 1 Kapitel…
Danach wische ich den Boden (ehrlich!)…
… Ihr kennt das ja!
(Der Boden wartet immer noch geduldig darauf gewischt zu werden. Gut, dass so Böden heutzutage keinen Alarmton bei zu grober Verschmutzung haben!)

Aber zurück zum Buch:
Da war ich dann also plötzlich gefangen und musste diese zauberhafte Weihnachtsgeschichte in einem Rutsch lesen.

Die arme Elisa! Aber was habe ich gelacht!
Katrin Koppolds Schreibstil liest sich wunderbar flüssig. Sie schreibt sehr locker, so dass es zu keinem Zeitpunkt zäh wurde oder die Geschichte sich zog.
Knall auf Fall habe ich erst erlebt, wie die arme Elisa den Schornsteinfeger zunächst ausknockt, danach von einem Unglück ins nächste stolpert (Wie soll man mit einer solchen Aura auch anders können) und dann, um nicht länger vom Pech verfolgt zu werden, eben jenen Schornsteinfeger kurzerhand suchen geht, um sich zu entschuldigen und ihm etwas Gutes zu tun. Selbst beim schreiben schmuzel ich immer noch über die ganzen kleinen und großen Pannen, die die Gute dabei hat! (Ich sage nur Bier-Wachsing!)
Wundersam unterhaltsam ist das ganze und ich musste wirklich sehr oft in mich hinein schmunzeln (ihr wisst ja, gebürtige Sauerländer lachen nicht laut!).

Elisa ist eine Hauptfigur, der man gerne folgt und mit der man richtig mitfiebert!
Auch über die anderen Figuren wüsste ich gerne mehr. Sogar über die Katze! Und wenn das nichts heißt! (Zum Glück können wir die Story über ihren Bruder lesen und das werde ich sicher auch tun. Zwar erst im nächsten Jahr (der Sub…) aber was solls.)

Auch das Ende fand ich sehr gelungen. Mehr sage ich dazu nicht. Aber manchmal ist es gut, wenn nicht zu dick aufgetragen wird! :)

Wer eine sympathische, lustige und schöne Weihnachtsgeschichte möchte, die nicht zu lang ist und einfach nur das Herz erwärmt (und die Lachmuskeln zum glühen bringt) ist mit Zimtzauber bestens beraten.
Und wer zerbeulte Auren und kotzende Katzen nicht lustig findet, dem ist auch nicht mehr zu helfen! ;)

Das Büchlein bekommt von mir 4,5/5 Sternen.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

[Rezension] Rotkäppchen und der Hipster-Wolf oder die Frage: Was muss man rauchen, um auf sowas zu kommen?



Rezension: "Rotkäppchen und der Hipster-Wolf"
Autor: Nina MacKay
aus dem Drachenmond Verlag
343 Seiten

Inhalt:
Im Märchenwald ist die Hölle los. Alle Happy Ends wurden gestohlen! Cinderella, Schneewittchen und Co. beschließen, ihre verschwundenen Prinzen zu retten, wozu sogleich eine Verhöre-und-Töte -Liste der Verdächtigen erstellt wird:
1.Wölfe töten
2.Hexen töten
3.böse Stiefmütter töten (wobei das oft mit Punkt 2 einhergeht)
4.böse Feen töten

Nur Red findet die Idee äußerst schwachsinnig. Doch dann taucht ein gutaussehender Hipster auf, der mehr über die verschwundenen Prinzen zu wissen scheint. Schnell stellt sich heraus, dass Everton eigentlich ein Werwolf ist und auf der Liste der durch die Prinzessinnen bedrohten Arten steht. Red bleiben plötzlich nur sieben Tage, um die Prinzen zu finden, bevor sie Ever ausliefern muss. Doch warum will gerade er eigentlich die Happy Ends zurückbringen? Benutzt er Red nur für seine eigenen Zwecke? Sicher ist jedoch: In Reds Leben nimmt ab sofort die Zahl der Hipsterwitze wahnwitzige Ausmaße an, sehr zum Leidwesen von Ever ...

Meine Meinung:

Das Aussehen (in Zeiten von Coverkäufen und Co wichtig oder zumindest interessant):
Ein wunderschönes Cover strahlt uns an, das ziemlich Märchenhaft wirkt. Rotkäppchen schaut lasziv in die Kamera in der Hand ihr Smartphone und ein Selfiestick (der mir erst beim 10 Ansehen aufgefallen ist…). Unter bzw in ihr sieht man den Hipster-Wolf (lecker!).
Das ganze wird umrahmt von einem Spiegel.
Wirklich stimmungsvoll das Ganze! Da hat Marie Graßhoff ganze Arbeit geleistet!

Da das Buch aus dem fantastischen Drachenmond Verlag kommt, ist es nicht nur von außen schön, sondern besitzt sogar innere Ästhetik (vom tollen Text mal abgesehen).
Mehrere Zeichnungen finden sich zwischen den Seiten wieder und oben am Text können wir immer ein verschnörkeltes Rotkäppchen und einen (Hipster)Wolf entdecken.
Drachenmond Bücher machen einfach Spaß! Von außen, von innen und vom Text her! 





(Irgendwann gründe ich eine Gruppe, der anonymen Drachenmondsüchtigen… Wer dazu gehört hebt bitte jetzt seine Hand!)

 "Snow runzelt die Stirn. "Du hast wohl zu viel Game of Thrones geschaut." (...) "Wer ich?" fragt die Grinsekatze. "Erster meines Namens, aus dem Hause Grin, Beschützer des Dunkelwalds, Wächter über alle Thunfische, Vater von..." (S. 280)

Der Inhalt:
Als ich den Klappentext das erste Mal las, dachte ich nur: „What the Fuck?! Was muss man denn rauchen, um so ein Buch zu schreiben? Klingt geil!“ (ungefähr so)
Schon auf den ersten Seiten geht es ziemlich abstrus los. Rotkäppchen, von allen nur Red genannt, hat einen Hipster in ihrer Wildfalle, der sich alsbald als Werwolf entpuppt.
Zu blöd nur, dass sie genau die laut Schneewittchens (Snows) Anweisungen verhören und töten, oder, der Einfachheit halber, auch direkt töten muss…
Trotzdem lässt sie sich auf sein Angebot, ihr bei der Suche nach den verschwundenen Prinzen zu suchen ein. Vielleicht heilt er ja so ganz nebenbei ihre Wolfsphobie, die Red seit dieser doofen Sache mit der Großmutter hat. Eine Win/Win-Situation so zusagen.
Und so geht es los, quer durch den Märchenwald, ins Morgenland, Wonderland und nach Nimmerland.
Dass da jede Menge verquere Märchenfiguren mit im Spiel sind ist klar.

Die Charaktere kennen wir ja alle schon seit unserer Kindheit (vorausgesetzt, eure Mom hat euch auch Märchen vorgelesen! Wird das heute noch gemacht? Oder lesen die Muttis alle nur 50 Shades of Grey und träumen von ihrem… Ich schweife ab!). Mal abgesehen von Ever. Denn an das Märchen mit dem Hipster-Wolf kann ich mich gerade nicht erinnern...
Aus den 5 Prinzessinnen stachen vor allem Red (kein Wunder, ist sie die Hauptfigur) und Snow hervor. Letztere eher (für die Waldbewohner) unangenehm (Für den Leser dadurch natürlich extrem unterhaltsam!). Sie kommt doch sehr herrisch daher und gar nicht mehr wie das Unschuldige, kleine Mädchen mit einer Haut so weiß wie Schnee und Haaren wie Ebenholz…
Red selbst ist etwas überheblich, aber von allen noch die, die auf dem Boden der Tatsachen steht. Sie hat den Durchblick und einen Instagramkanal über Flechtfrisuren!
Ever ist ein netter kleiner Hipster. Der halt zum Vollmond mal ein wenig das Tier rauslässt. Wartets ab! In 2-3 Jahren macht das Jeder!
Die Charaktere sind alle super schrullig, strange und tragen zum Verlauf der Geschichte bei! Schön auch immer mal am Rande von anderen Märchenfiguren zu lesen!

"Natürlich macht uns kein Schwein auf. Sondern ein Pinguin." (S.283)

Die Story ist genauso, wie man sie bei dem Klappentext vermutet. Ziemlich durchgeknallt und sehr, sehr, sehr unterhaltsam. Die Gags sind kreativ und witzig. Laut gelacht habe ich zwar nicht, aber das wäre in der Öffentlichkeit auch eher schlecht gewesen. Zudem schaffen das nur sehr, sehr wenige Bücher bei mir. Trotzdem musste ich sehr oft in mich rein schmunzeln.
Einzig die Wendung mit Hook ist für mich nicht ganz nachzuvollziehen. Das fand ich etwas zu viel, ehrlich gesagt.
Die Lösung des „Falls“ fand ich total gelungen, so was in der Art hatte ich mir schon etwas früher gedacht.
Aber das Buch ist ja auch kein Krimi, wo der Fall spannend bis zur letzten Seite sein muss.

Alles in allem, ein sehr kurzweiliges Buch, mit jede Menge guten Gags und einigen guten Charakteren.
Ich bin sehr gespannt auf Band 2. Vor allem da Cinder, die Hauptfigur sein soll und sie in diesem Teil etwas hinter Snow und Red verblasste. Da bin ich echt mal gespannt, wie sich diese Prinzessin schlagen wird.
Vor allem da ein paar „Kleinigkeiten“ ja noch offen sind!

Das Buch ist etwas für alle, die sich, das Leben und vor allem das Lesen nicht zu ernst nehmen. Alle die nicht vom Klappentext abgeschreckt wurden und die sich auch auf totalen, herrlichen Wahnsinn einlassen können!

Denn wie sagte schon die Grinsekatze:
We`re all mad here!

Das Buch bekommt von mir 4,5/5 Sternen.





Dienstag, 29. November 2016

[Rezension] Ein Himmel aus Lavendel oder Never judge a book by its Cover



Rezension: "Ein Himmel aus Lavendel         "
Autor: Marlena Anders
aus dem Drachenmond Verlag
284 Seiten

Inhalt:
Es heißt, es sei gar nobel, sein Leben für das eines geliebten Menschen zu geben. Doch niemand hat davon gesprochen, wie es sich anfühlt, diejenige zu sein, die diese Bürde auf sich nimmt. Darf man eine solche Entscheidung bereuen?

Diese Frage stellt sich Emery in ihren dunkelsten Momenten. Denn weder ihre Mutter noch ihre Schwester wissen, auf was sie alles verzichtet, um ihnen ein normales Leben zu ermöglichen. Ein Fremder war es, der ihr für ihre Seele eine Gabe versprach – die Fähigkeit, in gefährlichen Situation wie ein Phönix in Flammen aufzugehen. Doch auch wenn der Phönix für neues Leben steht, bringt jede Verwandlung Emery einen Schritt näher an den Tod.

Um dies zu verhindern, macht sich Emery verzweifelt auf die Suche nach einer Möglichkeit, um den Handel rückgängig zu machen. Dabei soll ihr Nael helfen, der ihr eine Ausflucht aus ihrem alten Leben bietet. Aber ihm sind seine eigenen Dämonen dicht auf den Fersen …

Meine Meinung:
Dieses Buch durfte ich im Zuge einer Leserunde auf Facebook lesen (nochmals ein dickes Danke an Marlena, es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht! 😄).

Never judge a Book by its Cover!
Märchenhaft, verspielt, verträumt und prinzessinenhaft kommt das Cover da her. Man erwartet eine leichte Geschichte a la Selection.
Doch denkste!
An Selection und ähnliche Werke ist hier bei weitem nicht zu denken. Zum Glück! Denn diese Geschichte hier weist wesentlich mehr Tiefe auf!

 "Wir brennen so lange, bis wir Asche sind." (67%)

Wir starten zusammen mit Emery direkt mitten im Geschehen. Marlena Anders gibt sich nicht groß mit Erklärungen ab, sondern schmeißt den Leser lieber gleich ins kalte Wasser.
Was zu Anfang bei mir für einige Verwirrung sorgte, entpuppt sich schnell als genialer Schachzug. Denn so war die Spannung von Anfang an gegeben. Man wollte, nein musste, weiterlesen. Schließlich will man ja als geneigter Leser wissen, wie es weitergeht!
Einziges Manko dabei, waren für mich die vielen Namen. Da hat es wirklich etwas gedauert, bis ich alle zuordnen konnte und wusste von wem da gerade die Rede ist.

Ich möchte hier gar nicht so sehr auf die Geschichte eingehen. Das würde zu viel vorweg nehmen.
Ich kann euch nur sagen, dass sie sehr gut geschrieben ist, sich flüssig und schnell lesen lässt.
Marlenas Stil ist wunderschön. Kraftvoll, ohne zu viel zu schreiben oder sich in ewigen Erklärungen zu versticken. Sie lässt manche Sachen einfach für sich stehen und den Leser dabei dann auch selbst denken. 
Ist nicht jedermanns Sache, wenn nicht alles Haarklein aufgedröselt wird, mir gefällt es! 

"Du trägst dein Herz in deinen Augen, (...) wenn du es nicht in deinem Inneren begräbst, wird jemand irgendwann das Licht darin löschen." (20%)
Die Welt die Marlena Anders uns hier präsentiert ist so ausgeklügelt, vielschichtig und voller Fantasie, dass man fast glaubt, sie hat einfach einen kurzen Blick in eine andere Dimension geworfen.
So was kann sich doch keiner mal eben so ausdenken!

Das Charakterdesign gefiel mir auch sehr gut. An manchen Punkten ging das allerdings nicht so tief, wie das Design der Welt. 
Emery, ihre Familie, Nael und die Anderen. Sie alle kann ich mir wunderbar vorstellen. Auch Rhysand und den Rest der Verfulchten fand ich wunderschön beschrieben.
Die "Bösen" waren etwas 2 dimensional, störte aber keineswegs.

Einige Handlungen waren für mich nicht unbedingt nachvollziehbar. Vermutlich weil ich nicht komplett in Emerys Gedanken eingetaucht bin. Ein winzig kleiner Hauch Realität blieb zwischen uns.
Zudem hätte ich die gute Emery sehr gerne, dass eine oder andere Mal gepackt und geschüttelt. Das Mädchen kann einen aber auch wahnsinnig machen mit  ihrer Art! Vor allem mit Nael zusammen (lest es, dann wisst ihr auch wer das ist ;)), die beiden standen sich so oft selbst im Weg! Aber das macht die zwei Streithähne halt auch so glaubhaft. Ausschließlich perfekte Menschen rennen ja nun wirklich nicht da draußen rum.
Und da gehört es halt auch dazu, mal die falschen Entscheidungen zu treffen…

Der Spannungsbogen wurde die ganze Geschichte über gut gehalten. Und das Ende…
Lest selbst, mehr sage ich nicht dazu! ;)
 
Alles in allem ein gelungener Auftakt, der auf eine großartige Reihe hoffen lässt. Eine Welt die so spannend ist, dass ich sehr gerne ein Geschichtsbuch zu ihr hätte. Nebencharaktere von denen ich liebend gern Kurzgeschichten lesen würde und Hauptfiguren, die man gerne noch weiter begleiten möchte. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Dieses Buch ist etwas der ausgeklügelte Welten und schöne Worte mag. Für alle die gerne Träumen und nichts gegen etwas Fantasie haben.

Von mir bekommt „Ein Himmel aus Lavendel“ 4/5 Sternen.

Montag, 11. April 2016

[Rezension] Wer war Alice - oder - Was ist das für ein Buch?!?

  • Rezension: "Wer war Alice"
    Autor: T.R. Richmond
    aus dem goldmann_verlag
    445 Seiten

    Inhalt:
    Wer war Alice Salmon?
    Studentin. Journalistin. Tochter.
    Sie liebte es lang auszugehen.
    Sie hasste Deadlines.
    Sie war diejenige, die letztes Jahr im Fluss ertrank.
    Aber das ist nicht die ganze Geschichte.

    Meine Meinung:

    Eigentlich lese ich keine Thriller (oder nur sehr selten), doch dieser hier hatte es mir auf den ersten Blick angetan. Das Cover-Design ragte aus der Masse der vielen Bücher hervor und zog mich sehr in seinen Bann. Sofort wollte ich wissen: Wer war Alice?
    Beim ersten Reinlesen, war ich dann jedoch erstmal überrascht, da das Buch nicht in "normaler" Romanform gehalten, sondern in Form von Briefen, SMS-Wechseln,Tagebucheibträgen, ja sogar Playlists geschrieben wurde. Ich glaube hätte ich das Buch da nicht schon zu Hause gehabt, hätte mich das abgeschreckt. Aber so habe ich der Sache eine Chance gegeben. Und das hat sich gelohnt. Der Schreibstil ist gut, flüssig und liest sich schnell runter. Immer noch ein und noch ein Kapitel und schwupps ist man halb durch. Allerdings muss man schon arg auf das jeweilige Datum achten um die Ereignisse in der richtigen zeitlichen Abfolge zu erfassen (klar, Tagebucheinträge der Toten=vor dem Tot... Ach!).
    Eine mir richtig sympathische Figur gab es im Buch nicht unbedingt. Da noch am ehesten Alice, aber auch sie entglitt mit beim Lesen regelmäßig. Der Professor war auch eher unsympathisch. Aber man muss die Charaktere ja nicht mögen, um mit ihnen mitfiebern zu können. Der Spannung tat das keinen Abbruch. Und die war da, definitiv. Wenn auch nicht ganz so stark wie bei Titeln wie "Gone Girl" oder "Girl on the train" (seht ihr, ab und an lese ich doch mal sowas 😉). Sie baute sich mehr langsam auf und man las nicht atemlos mit, sondern eher gespannt, was es denn jetzt mit Alice Tod auf sich hat.
    Das Ende, so viel darf verraten werden, hat mich persönlich überrascht. Trotz vieler Theorien, die ich während dem Lesen aufgestellt und schnell (oder nicht so schnell) verworfen habe, bin ich darauf nicht gekommen. Keine Angst! Es ist logisch! Also keine Aliens oder so! 😂

    Warum ich dann doch so relativ lange gebraucht habe?
    Mich hat das Buch echt teilweise runtergezogen. Die stellenweise depressive Art der Protagonisten und die generell eher traurige Thematik. Daher habe ich zwischendrin Pausen eingelegt und dann heute gedacht: "Ne, also jetzt musst du dadurch! Du willst wissen wie es ausgeht und danach was fröhliches lesen!" Also habe ich es heute beendet und muss sagen: Es hat mir gut gefallen! Den düsteren Unterton kann man dem Buch ja nicht zum Vorwurf machen. Das weiß man bei so einer Story halt, dass man keine Lachtränen wegwischen muss... Und dass es nicht so atemraubend spannend war, liegt einfach an seinem eher ruhigen Charakter und der bedachten Art der Protagonisten und des Autors.

    Von mir bekommt "Wer war Alice" 4,5/5 Sternen.

    Eigentlich wollte ich einen abziehen, weil es in dem Genre wesentlich Spannenderes gibt, aber den halben setze ich wieder drauf, da mich das Ende sehr überrascht hat.

Donnerstag, 14. Mai 2015

[Rezension] Love Letters to the Dead

oder um es mit Elizabeth Bishops Worten zu sagen:

"The Art of loosing isn't hard to master..."

Autor:  Ava Dellaira
Format: Taschenbuch
Preis:  9,99 (Taschenbuch)
Länge: 323 Seiten
Sprache: englisch
Reihe:  Nein
Besonderes: Spontankauf!
Bewertung: ☆☆☆☆☆+
 
 






Inhalt:
Laurel soll im Englischunterricht einen Brief an eine verstorbene Person schreiben. Sie entscheidet sich für Kurt Cobain, weil dieser der Lieblingsmusiker ihrer Schwester May war. Doch May hat etwas mit Kurt gemeinsam: Sie ist tot!
Laurel muss nun ihr Leben ohne May bestreiten, ohne sie auf eine neue Schule gehen, neue Freunde finden und sich vielleicht auch ohne sie zum ersten Mal verlieben.
Auf den Brief an Kurt folgen noch viele weitere Briefe an bekannte Personen: River Phoenix, Judy Garland, Janis Joplin und viele, viele mehr.

Meine Meinung:
Eigentlich liegen mir solche Briefromane nicht.
Diese Geschichte wird komplett und durchgängig nur von Briefen erzählt. Von Briefen an bekannte und weniger bekannte (oder wusstet ihr, dass Allan Lane die Originalstimme von Mister Ed war?!) Persönlichkeiten. Somit erfahren wir nicht nur etwas über Laurel und ihr Leben, sondern auch immer etwas über die Person der sie gerade schreibt.
Und genau das macht für mich die Faszination dieses Buches aus! Ich liebe Laurel (bzw. Ava Dellaira’s) Art zu schreiben. Sie ist informativ, sympathisch, zutiefst erschütternd und verschreckt durch den viel zu frühen Tod der geliebten großen Schwester.
Laurell ist ein Mädchen, das ohne ihr Vorbild May, nun nicht mehr so genau weiß wer sie eigentlich ist. Sie ist schüchtern, ängstlich und verletzt.
Alles in ihrer Welt zerbricht durch den Tod und so scheint es nur logisch, genau dass auch den Toten mitzuteilen.
Die Briefe sind teilweise, sehr sentimental und ich musste mehr als einmal ein kleines Tränchen verdrücken.

„I wish you could tell me where you are now. I mean, I know you’re dead, but I think there must be something in a human being that can’t just disappear. It’s dark out. You’re out there. Somewhere, somewhere. I’d like to let you in.” (Zitat S. 10/11 der englischen Ausgabe)

Wer so sentimentale Texte nicht mag, sollte das Buch besser nicht anfangen. Ich liebe so etwas zu Weilen ja!

Aber das Buch ist nicht nur sentimental. Nein! Es ist auch spannend. Denn Laurel war als einzige dabei als ihre Schwester starb. Doch sie will und kann zu Anfang niemandem davon berichten und so bleibt für alle Außenstehenden nur die Tatsache, dass May tot ist, aber nicht die Erkentnis wie oder warum.
Selbst den bereits Verstorbenen kann Laurel sich nicht anvertrauen. Erst nach und nach, Stückchen für Stückchen bricht die Fassade auf. Man bekommt immer mal wieder ein kleines Häppchen.
Natürlich kann man sich irgendwann mehr oder weniger denken, was passiert ist. Da das aber nicht die Hauptproblematik von Love Letters to the dead ist, finde ich es überhaupt nicht schlimm, dass das ganze zu Teilen vorhersehbar ist.

„There are two most important things in the world-being in danger, and being saved.’(…) ‘But if those are the most important things, what about being in love?’ (…) It’s both at once. When we are in love, we are both completely in danger and completely saved.’” (S. 151)

Ava Dellaira hat eine Geschichte geschrieben über das Erwachsenwerden in schwierigen Zeiten.
Sie fasst dabei nicht nur das große Thema Tod auf so berührenden Art an, sondern auch Homosexualität, erste Liebe, Scheidung der Eltern, ein schwieriges Verhältnis zur Mutter, Religion und Freundschaft.
Dabei schafft sie es, diese ganzen Themen nicht übergroß werden zu lassen. Im Fordergrund steht einfach nur Laurel und ihr Weg. Und all diese kleinen Splitter des Erwachsenwerdens verwebt Frau Dellaira gekonnt zu einem großen ganzen zusammen, ohne dass etwas zu dominant wird und Laurel verdeckt.

“But no one else can save you. Not really, Not from yourself. (…) But when you realize that the wolf is inside you, that’s when you know. You can’t run from it. And no one who loves you can kill the wolf, because it’s part of you. They see your face on it. And they won’t fire the shot.’” (S. 227)

Ihr merkt schon: Ich liebe dieses Buch! Gerade als ich die Zitate für euch rausgesucht habe, habe ich gedacht: Mensch, das würde ich jetzt gerne nochmal lessen!

Und wenn das nicht das aller beste Zeichen für ein Buch ist! Quasi gerade beendet und zack, schon will man es noch einmal lesen, dann weiß ich es auch nicht!

Für alle die Poesie mögen, die ein wenig sentimental veranlagt sind, die gerne Träumen und denen die Probleme eines Teenagers nicht zu profan erscheinen ein absolutes Must-Read.

P.S.: Das Englisch ist wirklich nicht zu schwer! Versucht es einfach! So etwas sollte man nicht in einer Übersetzung lesen!

Sonntag, 10. Mai 2015

[Neuzugänge] Das Leben eines Book-a-Holics!

oder

Ich konnte nichts dafür!


Neue Bücher braucht das Land…



Ich konnte nicht anders! Ehrlich!
Es gab nicht nur eine, sondern gleich mehrere Mängelexemplarkisten vor der Mayerschen Buchhandlung…
Also musste da halt mal gestöbert werden!


Und so durften diese Woche *hust* gleich 12 neue Bücher einziehen…




Aber der Reihe nach. Die neuen wollen sich mal kurz vorstellen.


Tauschticket:

Brazen von Kelley Armstrong!

Frisch von Dreimann:


 

 

ME-Exempkare:














eBooks:

Bereits gelesen! :D

Vorbestellt:

Diese Woche gelesen:

Rezi folgt
                                                               
Rezi folgt


Diese Woche Rezensiert:






So, das war quasi ein Wochenrückblick/Neuzugängepost in Bildern! :)

Welches soll ich als nächstes lesen? (Nach Penryn!!!)

Habt einen schönen Restsonntag und eine tolle kommende Woche! Wir gehen jetzt Geocachen! :)

Mittwoch, 6. Mai 2015

[Rezension] Die Seelen der Nacht von Deborah Harknes



oder

was hat das alles mit Christian Grey und Frozen zu tun?


Autor:  Deborah Harkness
Format: Klappbroschur
Preis:  9,99 (Taschenbuch)
Länge: 800 Seiten
Sprache: deutsch
Reihe:  1/3
Besonderes: -
Bewertung: ☆☆

 






 

Inhalt:
Diana Bishop ist eine Hexe, die nach dem Tod ihrer Eltern der Magie abgeschworen hat und als Kunsthistorikerin versucht möglichst normal zu leben.
Als sie eines Tages das verzauberte Manuskript Ashmole 782 versehentlich öffnet und so den Bann bricht, wird sie von magischen Geschöpfen belagert.
Doch der Vampir Matthew beschützt sie. Und schon bald ist er mehr für sie als nur ein Freund.
Doch leider ist eine Liebe zwischen Hexen und Vampiren nicht gern gesehen.
Und so müssen Diana und Matthew nicht nur herausfinden was es mit dem Manuskript auf sich hat, sondern auch noch vor einer Horde übernatürlicher Geschöpfe fliehen.
Ist ihre Liebe stark genug das alles zu überstehen?

Meine Meinung:
Uff! Das wird schwer… Was soll ich sagen?!
Ich war mega gespannt auf das Buch und hatte schon viel Gutes gehört. Also hab ich fröhlich drauf los gelesen und wurde doch ein wenig enttäuscht.
Ihr fragt euch sicher warum!?
Das kann ich euch in einer Abhandlung in 3 Punkten (mehr oder weniger) erklären:

Das Konstrukt der Welt ist sehr gut ausgearbeitet. Wir haben 4 verschiedene Rassen. Da wären zum einen die Hexen, dann die Vampire, die Dämonen (die normal geboren werden, also nichts mit Höllenfeuer) und zu guter letzt die Menschen. Alle wissen von einander, nur (wie sollte es auch anders sein) die Menschen wissen von nichts. Und das soll nach Möglichkeit auch so bleiben.
Daher gibt es einen Pakt, der es den 3 nicht menschlichen Rassen untersagt zu viel mit einander zu tun zu haben, da genau das die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich ziehen würde.
Soweit so gut.

Unsere Protagonistin Diana Bishop ist eine Hexe. Die allerdings nicht viel mit ihrer Magie zu tun haben möchte. Ihr Charakter ist sehr gut ausgearbeitet, ist in sich stimmg und in weiten Teilen des Buchs die Ich-Erzählerin.
Matthew wiederum ist ein Vampir.So gesehen auch kein schlechter Protagonist.
Wenn ihr allerdings dachtet, dass Christian Grey herrisch und bestimmend war, dann werdet ihr hier eines besseren belehrt (immerhin wollte der auch mit seiner Angebeteten ins Bett!)
Matthew allerdings stellt, mit seiner extrem bestimmenden und kontrollierenden Art, Mr Grey Szenenweise in den Schatten. Dem geneigten Leser wird das so erklärt: Er ist halt ein Vampir! Und die sind nun mal besitzergreifend! Außerdem hat er Diana ja mehrmals gewarnt, dass er nicht der beste Umgang für sie ist… Basta!
Außerdem liebt er sie ja so sehr!
Und was macht Diana? Himmelt ihn natürlich weiter an… Argh! Versteht mich nicht falsch. Matthew ist alleine ein netter Prota (mehr oder weniger), aber Diana und Matthew zusammen? Weniger. Es fing auf den 800 Seiten doch irgendwann an nervig zu werden.
Zudem erinnerten mich ein paar Stellen doch sehr stark an Twilight (Bei der Holden einbrechen, sie im Schlaf beobachten, die Holde findet das aber natürlich nicht schlimm, sondern ach so romantisch und außerdem hat sie ja auch Gehemnise vor ihm…)
Ja, ne ist klar!
Die Liebesgeschichte der beiden war für mich in weiten Teilen einfach auch nicht nachvollziehbar. Ich habe als Leser das Knistern nicht gespürt. Denn wenn, dann hätte ich vermutlich Dianas Liebestrunkenheit und Matthews Besitzansprüche ja vermutlich gemeinsam mit unserer Protagonistin verstehen können und somit auch nicht mehr schlimm gefunden.
Aber leider hat mich der Funke irgendwie nicht erreicht. Irgendwie waren sie plötzlich verliebt (liebten sich ja eigentlich schon immer…), irgendwie waren sie auch plötzlich zusammen und irgendwie kam dann nur noch ein Liebesgesülze nach dem anderen (und ich lese eigentlich gerne so was!!!), aber hier hat es mich echt irgendwann nur noch genervt und so habe ich das ein oder andere Mal beim Lesen die Augen verdreht und gedacht, „ja, ja, ist ja toll für euch, aber nu macht mal mit der Story hin!


Vorsicht Spoiler:








Und irgendwie hätte Diana vorher mal Frozen sehen sollen! Denn wie sagten schon Elsa, Kristoff und Olaf? Wer heiratet einen Mann, den man gerade erst kennengelernt hat?!






 Spoiler Ende!

Das war für mich Punkt 1.

Die Nebencharaktere fand ich ziemlich sympathisch und toll durchdacht.
Allerdings stoßen wir hier auf Problem Nummer 2: Zu viele Leute, zu viele Namen, alle sind wichtig, jeder macht was und am Ende weiß man nicht mehr wer am Anfang dabei war (oder so ähnlich). Ehrlich, wir Leser freuen uns über gut ausgearbeitete Nebencharaktere! Das finden wir richtig klasse! Und Dianas Tanten, Matthews Mutter, Vater,  seine Haushäterin, Stallbursche, bester Freund, Mitarbeiter, Mitarbeiterin, und seine beiden Brüder waren ja noch ok, aber dann noch 3 Hexen, 1 oder 2 Nachbarjungen und 3 Dämonen obendrauf packen? Bin ich im XXL-Restaurant oder was?!
Eigentlich war bei Bruder Nummer 3 bei mir schon Tilt mit Namen und Hintergründen und Geschichten zu den Geschichten zu der Geschichte… Ich weiß nicht wie man sich die alle bis zu den nächsten Bänden behalten soll (Anmerkung der Redaktion: Es gibt auf der Homepage der Buchreihe ein Personenverzeichnis! Puh!)

Frau Harkness neigt nämlich dazu etwas auszuschweifen. Und damit wären wir nämlich schon Tadaaa: Bei Problem Nummer 3.
Es ist alles viel zu viel zu viel zu viel zu viel erklärt! Wozu muss ich als Leser jede Yoga-Position genau beschrieben haben, die Diana einnimmt? Warum muss ich wissen, dass Diana beim Absteigen eines Pferdes ihr rechtes Bein über den Hals des Tieres nimmt und dann mit dem Bauch zum Pferd runter gleitet, während Matthew stattdessen sein linkes Bein über das Hinterteil des Pferdes hebt um dann so abzusteigen dass er den Rücken zum Tier dreht? (Und warum merke ich mir so ein Zeug?)
Ihr seht, die Story hätte man locker auf 2/3 runter kürzen können, wenn man sich denn die ausführlichen Beschreibungen gespart hätte (Und selbst dann hätten wir noch das Rautenmuster der Tapete gekannt!).
Ich habe manche Abschnitte mehrmals gelesen a) um noch mal zu sehen, wer was zu wem sagt und b) um die ganzen kleinen Details zu behalten, falls die noch mal wichtig werden (wurden sie zum Großteil aber nicht!).

Man merkt dem Buch an, dass es Deborah Harkness erster Roman ist und sie davor wissenschaftliche Texte verfasst hat.

Und noch ein kleines Problem tauchte beim Lesen auf: Wenn ein Kapitel mal nicht aus Dianas Sicht geschrieben war, hatte ich manchmal den Eindruck, dass nicht ganz klar war in welcher Erzählperspektive wir uns gerade befinden. Es wurde fröhlich "Bäumchen wechsle’ dich gespielt“.

Aber ich will ja nicht nur meckern. Die Geschichte ist spannend, wenn auch mit ein paar Logiklöchern. Man liest und liest, weil man wissen will wie es nun weitergeht und was es mit diesem Manuskript auf sich hat!
Und auch wenn ich so viel gemeckert habe, möchte ich doch irgendwie wissen was den beiden noch alles passiert. Denn trotz Liebesgeturtel und seltsamen Gehabe fand ich die beiden doch ganz sympathisch. Wobei ich nicht genau weiß, ob ich dafür noch Band 2 und 3 lesen werde.

Kein Buch für zwischendurch! Ich zumindest konnte es mal nicht nebenher lesen.

Kurz und gut:
Wer keine ausufernden Beschreibungen über Brandlöcher im Teppich haben möchte und Christian Grey schon dominant fand, der sollte hier lieber einen Bogen drum machen.
Wer gern Fantasy und historsches liest sollte zumindest einer Leseprobe eine Chance geben.